…sind wir ja schon länger. Dort gibt es rund um die Uhr alle Informationen, die der Mensch so braucht, oder auch nicht. Wir treiben uns in den sozialen Netzwerken herum und posten dort alles, was wir so tun und gerne haben. Fast alles, oder auch mehr. Wir nutzen die sozialen Netzwerke als Plattform für uns, unser Unternehmen, für schnelle Informationen und auch zur Kundenbindung. Weil alle nur noch mit dem Handy herumrennen, sollen wir mit unserem Unternehmen im Handy der Kunden sein, denn dann sind wir auch mit unseren Kunden. Wo? Na eingesteckt halt. So gehört bei einem Vortrag eines Online-Marketing-Genies: „Mehr Mut und wilder Spaß in der digitalen Welt.“ Wilder Spaß wird uns da versprochen. Und mehr Mut empfohlen. Warum wohl?

Das ach so wunderbare Datenschutzgesetz breitete seinen Schatten bereits bei der Ankunft über uns. Nach 20(!) Jahren als Journalist und Reporter in der Branche liegt mir zum ersten Mal eine zweiseitige(!) Foto- und Drehgenehmigung zur Unterschrift vor. Dass die Fotos und Videos auch genutzt, angeschaut und hergezeigt werden dürfen, dass man erlaubt, dass man da drauf ist und es wer anderer sehen darf. Aha, wilder Spaß also.

Und wie geht das dann mit Ihren Kunden, die Sie vorher und nachher fotografieren und als Eigenwerbung für den Salon ins Netz stellen sollen? Wie machen Sie Videos auf YouTube? Facebook? Instagram? WhatsApp darf man ja auf einem Firmenhandy laut Datenschutzverordnung gar nicht mehr haben. Auf wen zielt diese Regulierung eigentlich? Auf die Großen im www, die mit Daten handeln, uns über Algorithmen wochenlang nach einer Suchanfrage unbestellt berieseln? Danke, liebe EU! Allerdings sitzen diese Unternehmen zu 64% in Amerika, zu 31% in Asien, zu 2% in Afrika, das habe ich einmal im, ja wo wohl, Internet gelesen. Also die kratzen unsere EU-Gesetze so überhaupt gar nicht. Aber die 3% der europäischen IT Anbieter weltweit. Aha. Also dringend notwendig.

Für kleine Unternehmen ist diese DSGVO mindestens so kompliziert, wie die Lohnverrechnung. Und demnächst beschließt man im Europaparlament das Leistungsschutzrecht. Da werden dann die Urheberrechte des Geposteten reguliert. Unsere neuregulierte digitale Welt: Ich würde da auch mehr Mut empfehlen, um regulierten Spaß zu haben.

Harald Petr leitet seit 1998 das OVERHEAD-Magazin.

- Anzeige -
Roma Inline

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here