Sie ziehen es hin und her, wie den berühmten Strudel Teig. Den Zwöööölfstuuuundeeentaaag. So gesehen ist das ja wirklich lang, obwohl so ein Tag ja schon seit Menschengedenken 24 solche Stunden hat. Acht davon sollte man schlafend verbringen, sagen uns die Ärzte. Bleiben also noch sechzehn über. Ja und was machen wir damit?

Abgesehen von den Pensionisten, die haben noch andere Zeiten erlebt und zum Beginn unseres Wirtschaftswunders im Aufbau die Ärmel hochgekrempelt. Das war noch Arbeit, sagen die. Und heute? Kommt darauf an, auf welcher Seite der Wirtschaft man sich gerade befindet. Da ist man entweder selbständig, dann macht man, egal wie lang, alles selbst und ständig. Oder man ist angestellt. Ohne jetzt jemandem etwas unterstellen zu wollen, aber das einzige Argument im Bewerbungsgespräch ist heute nur noch die Freizeit. Früher waren als Mitarbeitermotivation auch noch Sicherheit, Geld und Titel im Talon. Halt früher. Das Geld ist einstweilen selbstverständlich: als Gehalt, als Lohn, oder auch als „Sozialunterstützung“. Da hat man dann die meiste, ja, nur noch Freizeit. Wer das bezahlt? Na immer die anderen. Denken wir also falsch? Ora et labora!  Nur beten und arbeiten? Im vorigen Jahrhundert vielleicht noch, Gott sei Dank auch.

Das Problem ist nur, dass, je mehr Freizeit man hat, desto mehr will, ja, kann man unternehmen, und das kostet Geld. Woher soll das aber kommen? Die Physik sagt, Energie geht nicht verloren. Geld als Zahlungs- oder Tauschmittel wird also gegen Energie getauscht. In unserem Fall ist diese Energie die (sinnvolle) Arbeit, die wir verrichten. Also darum auch mehr Geld bei mehr Arbeit. In den meisten Fällen ist das auch so. Außer vielleicht bei so manchen von denen, von uns gewählt – oder auch nicht, die uns einreden wollen, dass man auch mit weniger Arbeit mehr Geld verdienen und sich so auch mehr Freizeit und das ganze Leben drumherum leisten kann. Physikalisch kann das nicht funktionieren, sagen da die Logiker.

Also was ist verkehrt daran, wenn eine Firma gerade viele Aufträge hat und die Mitarbeiter um eine vorübergehend höhere Arbeitsleistung bittet, die dann entweder in barer Münze oder in Freizeit zurückgetauscht wird? Da stimmt dann auch die Energiebilanz. Diese Zusammenarbeit zu fördern, wäre der Denkansatz. Den „Meinungsmachern“ sei´s getrommelt und gepfiffen!

Harald Petr leitet seit 1998 das OVERHEAD-Magazin.

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