In Anbetracht des fortgeschrittenen Jahres ist es an der Zeit, nicht nur an Weihnachten zu denken, sondern auch an Prosaischeres: die Steuer. Unser Steuerexperte Dr. Hans M. Slawitsch (www.slawitsch.at) hat den einen oder anderen Tipp für den Umgang mit der Finanz.

Steuer sparen durch Investitionen bzw. Wertpapierkäufe

Der zu versteuernde Gewinn kann (außer bei Körperschaften wie GmbHs) durch einen bis zu 13-prozentigen Gewinnfreibetrag vermindert werden, wenn in diesem Ausmaß begünstigte  Investitionen getätigt werden (abnutzbare, neuwertige körperliche Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren, nicht aber Pkw und Kombi-KW und / oder Wertpapiere im Sinne des § 14 Abs. 7 Z 4 EStG, das sind im Wesentlichen auf Inhaber lautende  Schuldverschreibungen  inländischer  Schuldner, mit einer mindestens vierjährigen Laufzeit). Für die ersten € 30.000 des Gewinnes steht der Freibetrag automatisch zu, auch ohne Investitionen oder Wertpapierkäufe.

Weihnachtsgeschenke und sonstige freiwillige Zuwendungen an Dienstnehmer

Sachgeschenke bis 186€ sind steuerfrei, Geldbeträge allerdings generell steuer-  und  sozialversicherungspflichtig. Auch ist ein Vorsteuerabzug jenseits von 40 Euro pro Person nicht möglich. Veranstaltungen wie z.B. Betriebsausflüge bleiben lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn der Aufwand jährlich € 365 pro Arbeitnehmer nicht übersteigt. Steuerbegünstigt sind auch Maßnahmen der Zukunftssicherung für Dienstnehmer sowie Zuschüsse zur Kinderbetreuung. Mitarbeiterrabatte sind innerhalb großzügiger Grenzen steuer- und sozialversicherungsfrei, soweit der Rabatt nicht mehr als 20 Prozent beziehungsweise jährlich nicht mehr als € 1000 ausmacht.

Weihnachts- bzw. Werbegeschenke an Geschäftspartner

Unproblematisch sind typische Werbegeschenke ohne besonderen Wert mit Aufdruck des schenkenden Unternehmens (z.B. Kugelschreiber). Generell besteht für Werbegeschenke kein Vorsteuerabzug, außer es handelt sich um Gegenstände von geringem Wert (Richtschnur ca. € 40). Weihnachtsgeschenke an Geschäftsfreunde sind nicht abzugsfähige Repräsentationsausgaben.

Prämien an Mitarbeiter

Wenn  Urlaubs-  und  Weihnachtsgeld  geringer  sind  als  ein  Sechstel  der  laufenden  Jahresbezüge  (z.B.  weil  Überstundenentgelte,  steuerpflichtige  Fahrtkostenersätze  und dergleichen  nur  12x  und  nicht  14x  ausgezahlt  werden),  so  lässt  sich  das  mit  nur sechs Prozent Lohnsteuer begünstigte „Jahressechstel“ durch Auszahlung einer zusätzlichen Prämie besser ausnutzen.


Termine 31.12.2017

  • Anträge auf Energieabgabenvergütung:
    Anträge auf Vergütung von Energieabgaben (insbesondere bei energieintensiven Unternehmen) müssen spätestens innerhalb von fünf Jahren gestellt werden. Am 31.12.2017 endet die Frist für das Jahr 2012.
  • Antrag auf Rückerstattung von Versicherungsbeiträgen bei Mehrfachversicherungen:
    In den Systemen ASVG, GSVG sowie Sozialversicherung der Bauern sind Pensions- und Krankenversicherungsbeiträge nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage (heuer jährlich € 69.720) zu entrichten. Bei zwei oder mehreren Dienstverhältnissen oder bei gleichzeitigen selbständigen und nichtselbständigen Tätigkeiten kann es dazu kommen, dass unterjährig auch für höhere Einkünfte Versicherungsbeiträge bezahlt werden. Deren Rückerstattung ist drei Jahre rückwirkend möglich, bis 31.12.2017 somit noch für das Jahr 2014.
  • Einkommensteuererklärung 2012:
    Die Frist zur Geltendmachung von beruflichen Ausgaben, Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen etc. im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung oder einer Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2012 endet am 31.12.2017.
  • Kleinunternehmerbefreiung bei der gewerblichen Sozialversicherung:
    Rückwirkend für das laufende Jahr können sich Kleinunternehmer mit Gewerbeschein auf Antrag von der Kranken- und Pensionsversicherung befreien lassen, wenn die steuerpflichtigen Einkünfte nicht höher als € 5.108,40 sind und der Jahresnettoumsatz maximal € 30.000 beträgt. Antragsberechtigt sind Jungunternehmer (maximal zwölf Monate Versicherungspflicht in den letzten fünf Jahren), Männer über 65 und Frauen über 60 Jahren sowie Personen über 57 Jahren, wenn sie in den letzten fünf Jahren die obigen Grenzen nicht überschritten hab

Sonstige aktuelle Hinweise

  • Beschäftigungsbonus:
    Unter Umständen steht für Mitarbeiter, welche ab 1.7.2017 neu eingestellt wurden, ein Beschäftigungsbonus zu.
  • „Wirtschaftliche Eigentümer-Register“:
    Bis zum 1.6.2018 sind diesem Register die „wirtschaftlichen Eigentümer“, das sind alle natürlichen Personen, in deren Eigentum oder unter deren Kontrolle ein Rechtsträger letztlich steht, auch wenn sie nur mittelbar an der Gesellschaft beteiligt sind, zu melden, soweit die Beteiligung mehr als 25 Prozent beträgt.
  • Datenschutz:
    Dass DVR-Register wird ab 25.5.2018 durch die EU-Datenschutzverordnung ersetzt. Nähere Informationen gibt es unter www.wko.at/datenschutz.

Die obigen Punkte sollten als Grundinformation und Anregung verstanden werden und können ein detailliertes Beratungsgespräch mit einem Steuerberater keinesfalls ersetzen.

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