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Menschen - Interviews

Die Haare und der Winter

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Die Haare und der Winter

Das Winterwonderland ist angekommen. Draußen liegt Schnee, die Skigebiete sind – trotz Corona – offen und dem Pistenvergnügen steht ebenso wenig im Weg wie Schneeschuhtouren durch die winterliche Landschaft, dem Vergnügen am Eislaufplatz oder einer Rodelpartie. Doch der Winter hält nicht nur Spaß bereit, sondern stellt auch das Haar vor einige Hürden.

Dabei steckt der Teufel weniger in der schneebedeckten Landschaft, sondern meist im wohlig warmen Domizil: Denn insbesondere trockene Heizungsluft schaden Kopfhaut und Haar. Und nicht zuletzt wartet über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr auch die eine oder andere Feierlichkeit und verlangt nach einem festlichen Styling. Grund genug, sich also nicht völlig unvorbereitet ins Getümmel zu stürzen, sondern vielleicht doch noch den Stylisten seines Vertrauens aufzusuchen und sich hinsichtlich Pflege und passenden Produkten beraten zu lassen.

Die wichtigsten Tipps zur Kombination von Haaren und Kopfhaut auf der einen sowie  Trockenheit, Kälte und Wintervergnügen auf der anderen Seite hält OVERHEAD auch in Form eines Interviews mit dm-Trainer Christian Wilhelmstötter bereit. Er ist bei dm Trainer im Bereich der Aus- und Weiterbildung. Für OVERHEAD verrät er, wie die Haare am besten durch die kalte Jahreszeit kommen.

OVERHEAD: Der Winter ist für Haut und Haar eine starke Belastung. Was sind die häufigsten Probleme in der kalten Jahreszeit?

Christian Wilhelmstötter: Auf jeden Fall natürlich die trockene Heizungsluft, Schale oder Mützen, die die Haare aufladen. Insgesamt fehlt einfach meist die Feuchtigkeit. Wichtig sind also Produkte, die Feuchtigkeit spenden, wie zum Beispiel welche mit Aloe Vera. Dazu kann man natürlich auch Haaröle verwenden. Das Öl wirkt im Winter wie eine kleine Schutzschicht, die vor Heizungsluft oder der Reibung von Textilien schützt. Allerdings sollte das Öl in Bezug auf Inhaltsstoffe und Reichhaltigkeit auf das Haar abgestimmt sein, und es sollte nur sparsam eingesetzt werden, denn auch das Haar selbst besteht nur zu einem kleinen Anteil von vier bis sechs Prozent aus Öl.

OVERHEAD: Welche Rolle spielt die Kopfhaut?

Christian Wilhelmstötter: Auch die Kopfhaut trocknet im Winter aus, stärker sogar als die Haare. Daher sind auch hier feuchtigkeitsspendende Produkte das Mittel der Wahl. Aloe Vera zum Beispiel liefert nicht  nur Feuchtigkeit, sondern wirkt auch entzündungshemmend und wundheilend. kann aber auch zum Beispiel bei leichtem Juckreiz verwendet werden. Bei stärkeren Beschwerden sollte man aber eventuell den Dermatologen aufsuchen. Öle sollte man eher vermeiden. Sie fühlen sich zwar im ersten Moment gut an, sind aber letztendlich kontraproduktiv. Ganz wichtig ist es dafür, die Haare und auch die Kopfhaut wirklich trocken zu föhnen, jedoch nicht zu heiß. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass auch die Spitzen trocken sind, denn eine nasse Kopfhaut oder nasse Haare machen Haut und Struktur nur schlechter, als sie sein könnten.

OVERHEAD: Welche Rolle spielen Styling-Eigenschaften, auf was ist bei der Wahl von Styling-Produkten im Winter zu achten?

Christian Wilhelmstötter: Grundsätzlich sollte man auf nichts verzichten, das man mag. Aber das Styling sollte so gewählt werden, dass die Haare nicht permanent unter der Haube oder dem Schal und so der Reibung ausgesetzt sind. Also eher mal was Hochgestecktes oder einen Ponytail. Um die Spitzen zu schützen, kann man vielleicht ein Spitzenfluid verwenden, auch Haaröle machen sich da gut. Generell aber ist das Styling natürlich sehr individuell, wobei lange Haare natürlich stärker beansprucht werden.

OVERHEAD: Was kann man schon im Vorfeld der kalten Zeit machen, um sich in eine gute Ausgangsposition bringen?

Christian Wilhelmstötter: Grundsätzlich ist der Winter für das Haar weniger beanspruchend als der Sommer. Im Winter ist eben eher trockene Luft ein Thema. Wichtig ist es, auch auf die eigenen Erfahrungen zu achten, wie Haare und Kopfhaut reagieren, und sich entsprechend zu verhalten. Empfehlenswert ist es dabei, auch mal einen Profi aufzusuchen, eine Haar- und Kopfhautanalyse machen zu lassen und darauf aufbauend eine entsprechende Produktberatung in Anspruch zu nehmen. Auch sollte man schon früh mit feuchtigkeitsspendenden Produkten anfangen, um Probleme schon im Vorfeld zu verhindern. Denn eine irritierte Haut kann auch in weiterer Folge zu anderen Problemen führen.

OVERHEAD: Wie übersteht das Styling am besten die Festtage?

Christian Wilhelmstötter: Für die Festtage gibt’s natürlich etwas mehr Styling. Dafür sollte man aber auch auf die richtigen Produkte setzen. Anfangen würde ich in jedem Fall mit einem Primer, da dadurch das nächste Produkt besser wirkt. Für kürzere Haare empfehlen sich dann eher festere Schaumprodukte, für längere Haare eher flexiblere Föhn-Crème- Produkte. Zum Schluss sollte man jedenfalls zur Fixierung einen Haarspray verwenden. Der bietet den besten Schutz, ist antistatisch und auch witterungsfest. Damit schont man letztlich auch die Haare, da man nicht so oft stylen muss. Ein Muss bei der Verwendung von Hitzetools ist auf jeden Fall der Hitzeschutz. Und zwar nicht nur leicht, sondern wirklich vom Ansatz bis in die Spitzen. Damit bleibt die Feuchtigkeit im Haar erhalten.

OVERHEAD: Was ist beim Wintersport zu tun?

Christian Wilhelmstötter: Zum einen sollte man die Haare fixieren, aber nicht zu stark, wie mit einem Haargummi. Beim Tragen eines Helmes sollten auch die Haare nicht teilweise offen sein, da die Bewegung der Struktur schadet. Und ganz wichtig ist auf der Piste auch der UV-Schutz. Denn wenn auch die Haut einen Sonnenbrand bekommen kann, wird auch das Haar und somit die Farbe beeinträchtigt.

OVERHEAD: Was für Lösungen gibt es abseits von Pflegeprodukten, wie kann man mit einfachen Hausmitteln, Verhaltensanpassungen, Ernährung etc. Kopfhaut und Haar helfen?

Christian Wilhelmstötter: Das ist ein Bereich, zu dem sich sehr schwer allgemeine Empfehlungen geben lasen, da er sehr individuell ist. Generell gilt aber: Gibt es Probleme in der Struktur, wie zum Beispiel bei den Spitzen, mit kräuselndem Haar etc., dann kann man mit Produkten arbeiten. Hier sollte man einfach den Profi fragen. Geht es aber um die Haare selbst, wie bei Haarausfall oder dünner werdendem Haar, dann kann das auf einen winterlich bedingten Mangel hindeuten. Hier ist dann der Arzt gefragt.

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